Kapitel 7: Bibliographie

Geschichte

Die Geschichte der Eiskeller spiegelt sich natürlich auch in seiner Bibliografie wieder. 1712 erschien das Büchlein „Eigentliche und gründliche Nachricht von denen Eiß-Gruben“ [1712/01], das eine der ersten Beschreibungen einer Eisgrube enthält. Eine weitere detaillierte Beschreibung mit Abbildungen einer Eisgrube befindet sich im 1777 erschienen Band 10 der „Oekonomischen Encyklopädie“ von J.G. Krünitz [1777/01].

1848 wurde die erste Auflage des Buches über den Eiskellerbau [1848/01] von Carl August Menzel veröffentlicht. Dieses Buch kann wohl als einer der Klassiker zum Thema Eiskeller betrachtet werden. Es folgen weitere fünf Auflagen in den folgenden 55 Jahren! [1867/01], [1872/01], [1879/02], [1893/01] und [1903/01].

Eine ähnlich lange Entwicklung hat das 1853 erschienene Buch „Vorschriften und Regeln zur Anlegung und Benutzung von Eiskellern (…)“ von Friedrich Harzer [1853/02]. Die zweite Auflage folgte 11 Jahre später [1864/02]. Die dritte Auflage [1874/01] nennt Karl Swoboda als Autor, gefolgt von der vierten Auflage [1886/01] und der fünften [1896/03], die beide von Nöthling bearbeitet wurden.

In den Bauzeitschriften „Haarmanns Zeitschrift für Bauhandwerker“ und „Romberg‘s Zeitschrift für praktische Baukunst“ wurde ab 1859 über die Neuerungen der Eiskeller berichtet, wobei Haarmann den Schwerpunkt auf die Errichtung von Brauereien legte. Ab 1870 stieg die Anzahl der Veröffentlichungen stark an. Neben der Natureiskühlung verschiebt sich der Schwerpunkt aber immer weiter zur Kühlung mit der Kühlmaschine. Die Bücher über Eiskeller richten sich daher immer mehr an Gastwirte und Metzger, für die der Einsatz der Kühlmaschine und der dafür notwendigen Dampfmaschine unwirtschaftlich war.

Kurz vor der Jahrhundertwende erschienen die ersten Fachzeitschriften über Kühlung, so die „Zeitschrift für die gesamte Kälte-Industrie“ (erschienen von 1894 –1944), die Zeitschrift „Eis- und Kälte-Industrie“ (1899 –1919) oder die „Kälte-Industrie“ (1903–1943). Die weitere Entwicklung der Elektrizität und der Kühlmaschinen führt dazu, dass nach 1918 kein Bedarf an neuen Eiskellern und damit auch an Informationen zum Bau und Betrieb mehr bestand. 1921 erschien als letztes seiner Art das Büchlein von Friedrich Hellwig: „Der Eiskeller: Beschreibung und praktische Ausführung.“ [1921/01].

Nach 1900 erstellten die Brauereien zu ihren Jubiläen einige sehr interessante Firmenbände, so Schultheiss [1910/02], Kindl [1927/04], die Löwenbrauerei Böhmisches Brauhaus [1930/02] und die Bötzow-Brauerei [1939/01], in denen auch die Gär- und Lagerkeller beschrieben sind.

Dann wurde es ruhiger um die Eiskeller. 1974 veröffentlichte Arne Hengsbach im Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte den bisher zu diesem Thema einzigartigen Beitrag über die "Natureiswerke im Umland Berlins" [1970/01]. Erst am Ende der 1980er-Jahre stieg das Interesse an den Eiskellern, nun aber unter den Aspekten des Denkmalschutzes und des Tourismus. Hier sind vor allem „Eiskeller: Kulturgeschichte alter Kühltechniken“ von Reinink [1995/03] und „Eiskeller, Eiswerke und Kühlhäuser in Schleswig-Holstein und Hamburg“ von Lütgert [2000/01] zu nennen. Zahlreiche Artikel in den Schriften von Heimatvereinen oder auch in Veröffentlichungen der Denkmalbehörden von Berlin und Brandenburg berichten über die Geschichte der Eiskeller.

Liste Bibliografie

Die Literaturangaben im Text sind immer in der Form [Jahr/Nr] angegeben. Das Jahr gibt das Erscheinungsjahr der Quelle an. Innerhalb eines Jahres sind die Quellen laufend durchnummeriert. Bei undatierten Quellen wurden versucht, das Erscheinungsjahr zu schätzen, da die Liste chronologisch sortieren ist.

Bibliografie 1665 – 2011 (Webseite)

Bibliografie 1665 – 2011 (Pdf-Datei)

Alle in der dieser Literaturliste aufgeführten Quellen sind in Berliner Bibliotheken, über die Fernleihe oder das Internet erhältlich. Ein großer Teil der Fachliteratur ist der Staatsbibliothek zu Berlin verfügbar, die bis 1918 die Aufgaben einer Nationalbibliothek in Preußen wahrgenommen hat. Die Universitäts-Bibliothek der Technischen Universität Berlin hat in ihrer Zeitschriftensammlung viele der Fachzeitschriften, unter anderem die „Baugewerks-Zeitung“ (Erscheinungsverlauf 1869–1934), die „Deutsche Bauzeitung“ (1867– 1942), „Romberg‘s Zeitschrift für praktische Baukunst“ (1843–1881), die „Zeitschrift für Bauwesen“ (1851–1931) und das „Zentralblatt der Bauverwaltung“ (1891–1944). Im Zentrum für Berlin-Studien sind vor allem die firmeneigenen Veröffentlichungen der Berliner Brauereien lesenwert.

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